Der Kapitän

Der Schiffseigner stammt aus einer Schifferfamilie. Bereits seit Mitte des 19ten Jahrhunderts ist die Familie über mehrere Generationen hinweg auf dem Wasser unterwegs. Mein Ur-Ur-Großvater war z.B. Kettenboot-Kapitän auf einer „Määkuh“.

Die Leidenschaft für den Beruf eines Kapitäns wurde meinem Vater bereits in die Wiege gelegt. Mit 4 Jahren stand er das erste Mal hinter dem Steuerrad des Bayerns 2 – damals noch auf 2 Obstkisten, damit er überhaupt durch die Fenster nach draußen schauen konnte. In seiner Kindheit und Jugend verbrachte er fast jede freie Minute auf der Boot und war mit seinem Opa zwischen Bamberg und Mainz unterwegs. Er kennt somit jede Schraube, jedes Ventil am Bayern 2 und kann eine Geschichte dazu erzählen.

Mittlerweile ist auch die nächste Generation schon in die familiären Fußstapfen getreten und absolviert gerade eine Ausbildung zum Kapitän.

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Wie wird man Kapitän?

Wer Kapitän werden will, macht ganz normal eine Ausbildung zum Matrosen. Dabei stehen nicht nur Wasserkunde, Maschinenkunde und Seilkunde auf dem Stundenplan, sondern auch ganz normale Dinge wie Mathematik, Buchhaltung – oder Kochen. Denn wer 4 Wochen oder länger auf dem Schiff unterwegs ist, muss sich selbst versorgen.

Nach Abschluss der Prüfung kann man als Matrose auf einem Schiff anheuern. Anfangs stehen – ganz klischeehaft – Arbeiten wie Deck-Schrubben, Maschine warten, Fest-Machen und Streichen an.
Mit gesammelter Erfahrung steigt man dann zum Steuermann auf. Dann wird die Theorie zur Praxis und man darf unter Anwesenheit des Kapitäns das Schiff eigenständig fahren. Funken, Schleusen-Einfahrten, Schleusen-Ausfahrten etc. Dazu muss man genau wissen, wo Untiefen liegen, wo gefährliche Strömungen sind, an welchen Stellen man sich über Funk melden muss, um andere Schiffe zu warnen etc.
Wenn man genügend Flußkilometer gesammelt hat, besteht die Möglichkeit, ein Patent zu machen. Und zwar für den Flussabschnitt, für den man die benötigte Fahrstunden-Zeit vorweisen kann. Damit ist man Schiffsführer – oder Kapitän – und dazu berechtigt, das Schiff auf dem besagten Abschnitt alleine zu führen.

Wer sich für diesen Bildungsweg interessiert, findet unter http://www.schiffer-bk.de weitere Informationen.